Plusquamperfekt Indikativ - konjugiere Verben

Das Plusquamperfekt Indikativ beschreibt die Vorvergangenheit (vollendete Vergangenheit bzw. dritte Vergangenheit), die zeitlich noch vor einem Ereignis in der Vergangenheit stattgefunden hat.
Der Indikativ ist neben dem Konjunktiv und dem Imperativ der dritte Verbmodus der deutschen Sprache und wird auch als Normalmodus bzw. Wirklichkeitsform bezeichnet (Konjunktiv = Möglichkeitsform, Imperativ = Befehlsform).


Das Ereignis im Plusquamperfekt ist in jedem Fall im Sprechmoment abgeschlossen. Zusätzlich zeigt das Plusquamperfekt auch einen Bezug zu einem anderen vergangenen Ereignis an und dient der zeitlichen Abstufung zweier vergangener Ereignisse.

Die Verbform des Plusquamperfekts wird in Sätzen verwendet, die ein Ereignis der Vergangenheit im Präteritum oder Perfekt beschreiben und zusätzlich auf ein Ereignis Bezug nehmen, das zeitlich noch vor diesem stattgefunden hat. Mit dem Plusquamperfekt wird das weiter zurückliegende Ereignis gekennzeichnet.
Das Plusquamperfekt wird aus den Präteritumsformen der beiden Hilfsverben "haben" oder "sein" und dem Partizip Perfekt gebildet. Die Wahl des Hilfsverbs hängt vom jeweiligen Hauptverb ab. Um die Vorvergangenheit des Plusquamperfekts zu unterstreichen, können Adverbien wie "vorher" oder "bereits" eingefügt werden.

Beispiele: Als der Vater starb, war das Erbe schon lange aufgeteilt.
Marina hatte schon mehrere Klavierstunden genommen, als der Vater ihr ein Klavier kaufte.
Die Kinder hatten bereits am Tisch Platz genommen, als die Mutter noch beim Kochen war.

Das Hilfsverb und das Hauptverb bilden eine so genannte Verbklammer. Das Hilfsverb (Präteritum von "haben" oder "sein") steht meist hinter dem Subjekt des Satzes, während das Partizip Perfekt am Ende des Satzes bzw. Teilsatzes (Haupt- oder Nebensatz) steht. Das Hilfsverb "sein" wird bei intransitiven Verben, also Verben ohne Akkusativobjekt, verwendet.

Beispiel: Nachdem das Kind spielen gegangen war, begann es zu regnen.

Alle anderen Verben bilden das Plusquamperfekt mit dem Hilfsverb "haben".
Beispiel: Nachdem das Kind seine Hausaufgaben erledigt hatte, ging es spielen.

Das Plusquamperfekt kann im Haupt- oder Nebensatz stehen.

Beispiele für Plusquamperfekt im Hauptsatz:
Ihr war schlecht, denn sie hatte vier Gläser Wein getrunken.
Sie waren gut gelaunt, da sie das Fußballspiel gewonnen hatten.

Beispiele für Plusquamperfekt im Nebensatz:
Nachdem sie die Wahrheit herausgefunden hatte, reichte sie die Scheidung ein.
Nachdem ich Klavierspielen gelernt hatte, kaufte ich mir ein Klavier.

Das Plusquamperfekt kann auch im Zusammenhang mit einem Modalverb gebraucht werden.
Beispiel: Der Automechaniker hatte gestern das Auto nicht mehr reparieren können, da ihm das Ersatzteil fehlte.

Das doppelte Plusquamperfekt Indikativ bzw. Plusquamperfekt II drückt ebenfalls eine Vorvergangenheit aus, wird jedoch kaum verwendet. Es wird aus der Präteritumsform des Hilfsverbs "haben" und "sein", dem Partizip Perfekt des Hauptverbs und dem Partizip Perfekt der Verben "haben" oder "sein" gebildet.

Beispiel: Als er an der Tür klopfte, hatte sie die Musik abgestellt gehabt. (doppeltes Plusquamperfekt)
Als er an der Tür klopfte, hatte sie die Musik (bereits) abgestellt. (einfaches Plusquamperfekt)

Durch Zusatz von Adverbien wie "vorher", "bereits" u.ä. erfüllt das Plusquamperfekt Indikativ die gleiche Funktion wie das Plusquamperfekt II.
In der modernen Umgangssprache verliert das Plusquamperfekt mehr und mehr an Bedeutung und wird von Verbformen im Perfekt und Präteritum ersetzt. Im gegenwärtigen Sprachgebrauch werden die Vergangenheitsformen Perfekt, Präteritum und Plusquamperfekt nahezu beliebig verwendet.

Das Synonym Alphabet

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z