Präsens Indikativ - konjugieren von Verben

Das Präsens ist die Zeitform der Gegenwart, es drückt aus, dass ein verbales Geschehen in der Gegenwart abläuft oder zumindest als gegenwärtig empfunden wird.
Der Indikativ (im Gegensatz zum Konjunktiv als Möglichkeitsform oder dem Imperativ als Befehlsform) ist der Modus zur Darstellung eines tatsächlichen Geschehens oder realer Handlungen.
Präsens Indikativ ist sozusagen die Normalform des Verbes, man findet es in allen Sprachen der Welt.
Es wird gebildet, indem an die Wurzel des Verbs verschiedene Endungen treten.
1. Person Singular: Ich geh / e
2. Person Singular: Du geh / st
3. Person Singular: Er, sie, es geh / t
1. Person Plural: Wir geh / en
2. Person Plural: Ihr geh / t
3. Person Plural: Sie geh / en


Das Präsens Indikativ erfüllt im Deutschen mehrere Aufgaben.
1) Bezug zur Gegenwart. Es bezeichnet einmalige Vorgänge in der Gegenwart.
Jemand klingelt an der Tür.
Es regnet.
Sie isst ein Eis.


Präsens Indikativ kann auch verwendet werden, um auszudrücken, dass eine Handlung oder ein Geschehen regelmäßig wiederkehrt und so als ständig gegenwärtig empfunden wird.
Abends essen wir (immer) gemeinsam.
(Jeden) Sonntag gehen wir in die Kirche.
Im Urlaub fahren wir (regelmäßig) aufs Land.


2) Bezug zur Allgemeingültigkeit.
Dieses Präsens Indikativ kommt in Sprichwörtern zu Anwendung oder um "ewige" Wahrheiten auszudrücken.
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Die Erde dreht sich um die Sonne.
Zwei mal zwei ist vier.


3) Bezug zur Zukunft. Das Präsens Indikativ bezieht sich hier auf ein zukünftiges, noch nicht begonnenes Geschehen und konkurriert mit dem Futur 1, das es aus stilistischen Gründen ersetzt.
Morgen fahren wir in die Schweiz.
In zwei Jahren spricht niemand mehr davon.
Ich gehe jetzt los und beschwere mich.

Durch die Verwendung des Präsens Indikativ wirken die Sätze lebendig und direkt.

4) Bezug zur Vergangenheit. Das Präsens Indikativ bezieht sich hier auf ein Geschehen, das in der Vergangenheit liegt und bereits abgeschlossen ist. Es wird oft in Geschichtsbüchern, Tabellen oder historischen Werken verwendet.
30. Januar 1933: Hitler wird Reichskanzler
9. Oktober 2009: Barack Obama erhält den Friedensnobelpreis
15. März 44 v. Chr.: Caesar stirbt durch 23 Dolchstiche.


Es findet man auch oft in Schlagzeilen Verwendung.
Polizei fasst Massenmörder
Rentnerin gewinnt den Jackpot
Schlagerstar stirbt nach monatelangem Leiden.


Die Verwendung des Präsens Indikativ anstelle des eigentlich der Situation angemessenen Präteritums ruft hervor, dass der Leser das Geschehen als gegenwärtig, spannend und unmittelbar empfindet, im Gegensatz zur Wirkung des Präteritums, das eine gewisse - auch zeitliche - Distanz impliziert.

Ein Sonderfall ist die Verwendung innerhalb literarischer Texte. Hier unterscheidet man zwischen szenischem und epischem Präsens.
Das szenische Präsens steht in einer ansonsten in der Vergangenheit geschilderten Umgebung.
Ich blickte zur Tür und das Blut gefror mir in den Adern. Ein Mann, mit einer Axt bewaffnet, steht da.

Hier wird das Präsens verwendet, um die Dramatik und Spannung der Situation hervorzuheben.

Das epische Präsens bezeichnet die konsequente Verwendung des Präsens durch den Schriftsteller für Geschehnisse, die in der Vergangenheit liegen.
Peter kramt in seiner Jackentasche und bringt eine Schachtel Zigaretten zum Vorschein. Er blickt sich um...

Das Synonym Alphabet

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z